HIV-Community verabschiedet Resolutionen gegen Diskriminierung

Die Teilnehmer*innen der Konferenz "Positive Begegnungen" in Stuttgart haben zwei Resolutionen beschlossen. Freiheit von Diskriminierung soll als Grundlage aller Maßnahmen gegen Aids anerkannt werden. Außerdem soll die breite Öffentlichkeit wirksam darüber informiert werden, dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist.

Hier der Wortlaut der Resolution:

"Null Diskriminierung" – ohne geht es nicht!

 

 

Deutschland hat sich dem Ziel "Aids beenden bis 2030" und der dahinführenden Strategie "90-90-90-(0)" von UNAIDS angeschlossen.

Die Teilnehmer*innen der Positiven Begegnungen im August 2018 in Stuttgart halten fest, dass das Beenden von Aids bis 2030 nur erreichbar ist, wenn es keine, also Null Diskriminierung von Menschen mit HIV/Aids gibt. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen sich testen lassen, sich in erfolgreiche Behandlung begeben und so schwere gesundheitliche Schädigungen verhindert werden können. Der Ausbruch von Aids ist dann vermeidbar.

 

"Null Diskriminierung" ist die Grundlage von "90-90-90". Und diese Null ist nicht verhandelbar.

 

Diskriminierung und Stigmatisierung sind ein wichtiger "Motor" für die weltweite Verbreitung von HIV. Deshalb hat die Strategie "BIS2030" des BMG (Bundesministerium für Gesundheit) Themen wie:

  • Antidiskriminierungsarbeit im Kontext HIV/Aids und sexuell übertragbaren Erkrankungen
  • die Akzeptanz von verschiedenen sexuellen Orientierungen und Lebenswelten
  • die Selbstbestimmung des Einzelnen und die Förderung der Eigenverantwortung
  • Respekt und Schutz von sich selbst und anderen

klar hervorgehoben.

 

Die Teilnehmer*innen der Positiven Begegnungen 2018 fordern das Bundesministerium für Gesundheit und die umsetzenden Behörden, Organe, Institutionen und Träger*innen der Strategien auf, dieses "Null Diskriminierung" in der Umsetzung und den Maßnahmen auf dem Weg zu "Aids beenden bis 2030" und "BIS 2030" als Grundlage anzuerkennen, so zu benennen und zu berücksichtigen. In allen Maßnahmen muss zwingend zuerst "Null Diskriminierung" mitgedacht, kommuniziert und erfahrbar sein.


Denn nur "Null-90-90-90" führt zu „Aids beenden bis 2030".

Die PositHIVen Gesichter fördern, unterstützen und sichern nachhaltig die Partizipation von Menschen mit HIV und Aids im Verband der Deutschen Aids-Hilfe und treten für deren Interessen ein.

Eine ergänzende Resolution hat folgenden Wortlaut:

"Als ersten Schritt fordern wir, in allen zukünftigen Aussagen zum Schutz vor einer HIV-Infektion ausdrücklich auf die wissenschaftlich bewiesene Tatsache hinzuweisen, dass HIV-Positive unter erfolgreicher Therapie in keiner Situation ansteckend sind, dass also N=N in die breite Bevölkerung propagiert wird."

Erläuterung der Redaktion: N=N steht für „Nicht nachweisbar = Nicht übertragbar“. Wenn HIV im Blut mit den üblichen Verfahren nicht mehr nachweisbar ist, kann auch keine Übertragung mehr stattfinden.

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