Seit 1. September: HIV-Schutz als Kassenleistung!

Ab dem 1. September übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die HIV-Prophylaxe PrEP. Dabei nehmen HIV-negative Menschen vorbeugend ein Medikament ein, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Empfohlen wird die PrEP zur täglichen Einnahme. Es gibt aber auch ein Einnahmeschema vor und nach dem Sex. Mehr Infos dazu

Allerdings ist die PrEP an bestimmte Regeln* geknüpft:

 

  • Diese Kassenleistung ist Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko vorbehalten (z. B.  Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), trans* Personen, Partner*innen von Menschen mit HIV unter bestimmten Voraussetzungen u.a.)

 

  • Die Medikamente müssen präzise nach dem vorgegebenen Schema eingenommen werden.

 

  • Bei der täglichen Einnahme des PrEP-Medikaments sind vierteljährliche HIV-/STI**-Checks und eine regelmäßige Kontrolle der Nieren vorgeschrieben. Nur wenn diese Untersuchungen kontinuierlich in einem sogenannten PrEP-Check-Heft dokumentiert sind, gibt es das Rezept für die PrEP-Pille zur täglichen Einnahme.

 

  • Außerdem dürfen nur geschulte und zugelassene Ärzt*innen die PrEP durchführen und das Rezept ausstellen. Bevor es losgehen kann, findet vor der ärztlichen Konsultation ein umfassendes Informations-/Beratungsgespräch zu allen wesentlichen Aspekten einer HIV-PrEP statt, welches ebenfalls im PrEP-Heft dokumentiert werden muss.

Die fehlende PrEP-Versorgungsstruktur als Kassenleistung befindet sich in Schleswig-Holstein derzeit im Aufbau. In Kürze wird es ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) auch in Kiel geben.

Aktuelle Informationen erhalten Sie über


Ute Krackow 0431 57 0 58 12 oder
Uli Manthey 
0431 57 0 58 17

 

vom Landesverband der Aidshilfen vorab telefonisch.

 

Bei diesen Kolleg*innen erfahren Sie, wie es auch jetzt schon möglich ist, eine „Kassen-PrEP“ in Schleswig-Holstein zu erhalten.

*) gem. Zulassungsrichtlinien der HIV-Präexpositionsprophylaxe
**) HIV, Hepatitis, Syphilis, Gonokokken, Chlamydien

PrEP (HIV-PräExpositionsProphylaxe) als Kassenleistung - derzeitige Versorgungssituation in Kiel und Schleswig-Holstein

 

 

Die PrEP ist seit dem 1. September Kassenleistung.
Interessierte können sich jetzt an die Aidshilfe Kiel www.aidshilfe-kiel.de/tag/prep/ wenden.


In Deutschland wird die PrEP als Privatleistung seit 2016 immer stärker nachgefragt.

Mit der Ankündigung, dass sie ab 1. September komplett als Kassenleistung zu bekommen ist, steigt die Nachfrage seit vergangener Woche auch in Schleswig-Holstein explosionsartig. Erst bedauerlicherweise relativ kurz vor dem 1. September 2019 wurde gemäß der Vereinbarung zur HIV-Präexpositionsprophylaxe  SGB V das Teilnahmeverfahren für Ärzt*innen transparent. Nur Ärzt*innen, die spezielle Anforderungen erfüllen, können die PrEP verordnen und müssen sich aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Präventions-/Prophylaxe-Maßnahme handelt, dementsprechend besonders qualifizieren.

 

Das HIV-Prophylaxe-Medikament zur täglichen Einnahme aber auch alle den Leitlinien entsprechenden regelmäßigen Pflichtuntersuchungen werden künftig von den gesetzlichen Krankenkassen GKV in Deutschland übernommen.

Nach Abschluss des Teilnahmeverfahrens und der Kassenzulassung starten das dermatologische MVZ Medizinische-Versorgungs-Zentrum Kiel und die Aidshilfe Kiel e.V. mit einer regelmäßigen niedrigschwelligen PrEP-Terminsprechstunde. An einem Ort zu einem vereinbarten Termin findet zunächst ein Erst-Informations- und Beratungsgespräch von Mitarbeiter*innen der Aidshilfe und eine anschließende ärztliche Beratung und Untersuchungen in den Räumen des MVZ statt.

 

Die PrEP ist ein Meilenstein in der HIV-/STI-Prävention, denn bereits im Ausland äußerst erfolgreich eingesetzt gilt sie seit einigen Jahren als einer der zentralen Bausteine in der HIV-/STI-Prävention. Aktuell meldet PHE Public Health England einen rund 35 % Rückgang der HIV-/STI-Neu-Infektionen in Großbritannien seit 2015. Die stärksten Stürze mit rund 39% seien bei MSM zu verzeichnen. Dies sei u.a. der niedrigschwelligen PrEP und den damit verbundenen regelmäßigen Testungen zur Aufdeckung neuer Infektionen und die sofortige Einleitung einer HIV-/STI-Therapie zu verdanken. Die dann nicht mehr infektiösen Menschen können ihre Infektion nicht an andere weitergeben, so dass daraus resultierend die Zahl der Neuinfektion auch in Deutschland kontinuierlich sinken wird.

Männer fragen seitdem proaktiv nach dem HIV/-STI-Check. Frauen ziehen nach. Mittelfristig wird es auch eine PrEP für Frauen geben.

 

Dieses niedrigschwellige Kieler Modell zur PrEP-Versorgung soll in Schleswig-Holstein Schule machen und interessierte Ärzt*innen in anderen Regionen des Landes motivieren, sich an einer funktionierenden PrEP-Versorgungsstruktur im ganzen Land zu beteiligen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Aids-Hilfe-Neumünster e.V.