AIDS-Hilfe Neumünster e.V.

 

Presse der Aids-Hilfe Neumünster

ab Juli  2004

Wochenanzeiger, 15. Dezember 2004
Für Kulturfestival: Kinocenter spendet 1133 Euro
Einen Scheck über 1133 Euro konnte der Theaterleiter des Union
Cinemotion-Kinocenters im Kuhberg-Karree, Jürgen Thiel, jetzt an den Förderverein der Aids-Hilfe Neumünster überreichen. Die stolze Summe ist der Erlös des jüngsten "Plakatflohmarktes" bei dem Werbematerialien bereits gelaufener Filme verkauft wurden. Das Kinocenter hat schon mehrere solcher Aktionen, die sich bei Cineasten sehr großer Beliebtheit erfreuen, veranstaltet. Jedesmal wurden die Einnahmen komplett für einen guten Zweck zur Verfügung gestellt. Die zweite Vorsitzende des Aids-Hilfe-Fördervereins, die jetzt den 1133-Euro-Scheck entgegennahm (Foto), weiß schon ganz genau, wofür das Geld eingesetzt wird: "Im Oktober 2005 wollen wir erstmals schwul-lesbische Kulturtage in Neumünster veranstalten", kündigte sie an. Dabei wird es unter anderem Vorträge und Filme geben, die mit der Spende finanziert werden.

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Holsteinischer Courier, 29. November 2004
Welt-Aids-Tag: Appelle, Kampagnen und „Kondomis“
Warnung vor Sorglosigkeit, Aufklärung über die tödliche Krankheit, die Forderung nach mehr Prävention und finanziellen Mitteln: Anlässlich des Welt-Aids-Tages machte die Aids-Hilfe Neumünster am Sonnabend Station auf dem Großflecken.

NeumünsterStadtmitte
Gabriele Vaquette
Sie informierte über das Thema und verkaufte Teddys und Schleifen als Anstecknadeln und als Gebäck für „den guten Zweck“, mit prominenter Unterstützung: SPD-Landtagsabgeordnete Jutta Schümann sowie Bündnis90/Die-Grünen-Kandidat Thomas Krampfer brachten die von Bäckermeister Joachim Sachau („de Buurn Bäcker“) gebackenen süßen Hefeteig-Naschereien unters Volk.
44 000 Infizierte, 2000 Neuinfizierte und 600 Tote bundesweit; in Schleswig-Holstein sind es 607 Betroffene und 23 Todesfälle - doppelt so viel wie 2002: Die Zahlen sprechen für sich, so Stefan van der Elst, Aidsberater bei der Stadt Neumünster. Im Fokus des Welt-Aidstages (Motto „Wir wissen, was wir wollen: Leben! Lieben! Schutz vor HIV!“): Frauen. 20 Prozent der bundesweit Neuinfizierten und 50 Prozent der weltweit Infizierten sind weiblich. Vor allem Migrantinnen aus den baltischen Staaten seien häufig total „ahnungslos“. Die Betreuung dieser Gruppe sei aufgrund von sprachlichen Problemen und deren Unkenntnis über Hilfs-Angebote überaus schwierig.
Festzustellen sei auch, dass gerade auf dem Land in puncto Informiert-Sein ein „Rückschritt in die 80er Jahre“ zu beobachten sei. Erschreckend sind die Wissenslücken bei jüngeren Menschen. Die Schulprävention läge zurzeit „brach“, es fehle an ausgebildeten Lehrern, kritisierte van der Elst.
In diesem Zusammenhang warnten er und Torsten Kniep, Vorsitzender der Aids-Hilfe Neumünster, vor Mittelkürzungen und den Folgen der Streichung z. B. der Aids-Pflegekräfte. Prävention dürfe nicht allein Aufgabe der Aidshilfen sein. „Man muss sensibilisieren für das Thema, Prävention und Betreuung sind eine gesellschaftliche Aufgabe. Familie, Schule und Gesundheitsämter müssen sich verstärkt darum kümmern. Krankenkassen sind gefordert, Aufklärungskampagnen über die Krankheit zu starten, so wie dies zu Bluthochdruck, Rauchen oder Herzrisikofaktoren geschieht“, erläuterte Jutta Schümann.
„Aids ist eine schlimme Sache - und der Kampf dagegen wird aber zu wenig unterstützt!“ Ingrid und Joachim Hauschildt sind zwei von den vielen Spendern, die an diesem Tag gebackene Aidsschleifen kaufen. „Wir kannten Konrad Ritter - wenn man mit dem Thema persönlich konfrontiert wird, hat man eine andere Einstellung dazu“, so Hauschildt über den HIV Langzeitüber-lebenden, der vor kurzem starb.
„Safer-Schnecks“, lustige Zeichnungen über das Aussterben von Dinosauriern und fröhliche „Kondomis“: 16 Einsendungen zu dem Comic-Wettbewerb der Aids-Hilfe hatte anschließend die Jury - Schümann, Krampfer und Kersten Andresen von den Grünen - zu bewerten. Der Kondom-Fallschirm von Carsten Mell aus Rösrath landete auf Platz 1 und wurde mit einem Karstadt-Gutschein belohnt. Nummer 2 war ein Bild über einen Schal in Form einer Aids-Schleife von Jens Natter; die Vorurteile eines Menschen, der einem Aidskranken die Hand gibt, gezeichnet von Judith Kroboth, landete auf Platz 3, dafür gab es Kino-Freikarten. Einen Sonderpreis erhielt der Comic-Strip von Gisbert Schürig.
Bildunterschrift: Teddys und Gebäck für den guten Zweck: Jutta Schümann, Stefan van der Elst, Thomas Krampfer und Torsten Kniep

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Prima Samstag, 28. November 2004
Erschreckende Bilanz der Neumünsteraner AIDS-Hilfe
AIDS-Gefahr wächst
Neumünster - vor wenigen Wochen warnte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt vor zunehmender Sorglosigkeit in Deutschland gegenüber den Risiken vor HIV und AIDS. Tatsächlich nimmt die Zahl der Neuinfektionen zu. Die AIDS-Hilfen in Schleswig-Holstein machen darauf aufmerksam, dass auch die Zahl der AIDS-Fälle, trotz Möglichkeiten einer medizinischen Behandlung, wieder zunehmen.
Anläßlich des Welt-Aids-Tages 2004 informierte auch die Neumünsteraner AIDS-Hilfe mit einem Infostand auf dem Großflecken die Besucher, der Neumünsteraner Innenstadt über das Thema Aids mit all seinen Auswirkungen. Das Thema AIDS, so wurde deutlich gemacht, geht alle Altersgruppen an und betrifft Männer wie Frauen gleichermaßen. Torsten Kniep, Vorsitzender der Neumünsteraner AIDS-Hilfe, und seine Mitarbeiter standen am Infostand Rede und Antwort zum Thema AIDS, das für viele Menschen ein Tabu-Thema ist, obwohl jeder sich damit auseinander setzen sollte. Eine Fülle von Informationsmaterial lag für die Interessierten bereit zum Mitnehmen, um sich zu Hause in aller Ruhe über AIDS kundig zu machen.
2003 sind 600 Menschen an den Folgen von AIDS bundesweit gestorben, in Schleswig-Holstein waren es 28 Menschen, gegenüber zum Vorjahr hat sich die Zahl der Todesfälle nahezu verdoppelt und das trotz Aufklärung. "Deshalb dürfen wir nicht nachlassen die Menschen für das Thema AIDS zu sensibilisieren", so Kniep. Erschreckend ist für die Neumünsteraner AIDS-Hilfe, dass sich durch die Streichung der Gelder für die AIDS-Hilfen in Schleswig-Holstein die Situation der AIDS Kranken verschlechtert hat. Deshalb warnen die AIDS-Hilfen vor weiteren Mittelkürzungen für ihre Arbeit. Einen Zuwachs an Präventionsbedarf wie auch an fachlich kompetenter Beratung können die Beratungsstellen bei gleichzeitigen Budgetstreichungen nicht gerecht werden. RÖ

Bildunterschrift: Am Infostand der AIDS-Hilfe Neumünster verkauften Jutta Schümann, MdL (SPD), Stefan van der Elst (Gesundheitsamt Neumünster), Thomas Krampfer (Grüne) und Torsten Kniep (Aids-Hilfe Neumünster) AIDS-Teddys und gebackene AIDS-Schleifen. Fotos: RÖ

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Prima Samstag, 21. November 2004
Welt-Aids-Tag mit einem umfangreichen Programm
Aids ist immer noch ein Tabu-Thema
Neumünster - Für viele ist Aids immer noch ein Tabu-Thema, doch Aufklärung ist heute genauso wichtig wie vor 10 Jahren, darauf wies Torsten Kniep von der Aids-Hilfe Neumünster e.V. im Pressegespräch über den Welt-Aids-Tag 2004 im Beisein der hauptamtlichen Mitarbeiterin der Aids-Hilfe Neumünster, Anna Struve, hin.
Als Gäste konnte Kniep Sven Christian Finke vom Bundesverband der Aids Hilfe sowie die Landtagsabgeordnete Jutta Schümann (SPD) begrüßen. "Wir wissen was wir wollen: Leben! Lieben! Schutz vor HIV!" ist das Motto des diesjährigen Welt-Aids-Tages.

Gleich mehrere Veranstaltungen hat die Aids-Hilfe Neumünster vorgesehen. So gibt es am kommenden Donnerstag um 19 Uhr im Theater im Kulturzentrum der IGS-Faldera das "Dossier: Ronald Akkermann" zu sehen. Am kommenden Sonnabend wird von 10 bis 16 Uhr der Infostand auf dem Großflecken mit Aids-Teddy- und Red-Ribbon-Verkauf mit Prominenz stehen. Mit dabei auch Jutta Schümann (SPD) und Thomas Krampfer (Bündnis 90/Die Grünen). Um 12 Uhr sammeln "Heiner & Friends" in der Innenstadt. Für 13 Uhr ist die Bekanntgabe des Cartoon-Internetwettbewerbs vorgesehen und um 23 Uhr sammeln "Heiner & Friends" in Neumünsteraner Kneipen für die Aids-Hilfe.
Am 1. Dezember findet um 19 Uhr ein Gottesdienst in der Vicelinkirche mit Tobias Gottesleben und Kirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Schnorr statt. Ab 21 Uhr ist dann gemütliches Beisammensein im Haus der Begegnung. "Im Gedenken" heißt der Film über die Arbeit und das Leben von Elisabeth Kübler-Ross, der am 8. Dezember um 20 Uhr im Union Cinemotion Kino gezeigt wird.
Im Gespräch wurde auch deutlich, dass es der AIDS-Hilfe Neumünster bei immer knapper werdenden Zuschüssen des Landes immer schwerer fällt, die Aufgaben zu erfüllen. Auch die Spendenbereitschaft hat abgenommen, so machte der Vorsitzende der Aids-Hilfe Kniep deutlich. Gesucht werden auch weiterhin ehrenamtliche Mitarbeiter zur Unterstützung der verschiedenen Aktionen. RÖ
Bildunterschrift: Torsten Kniep, Sven Christian Finke von der Aids Hilfe und Jutta Schümann (MdL) mit dem Plakat des Welt-Aids-Tages. Foto: RÖ

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Wochenanzeiger, 17. November 2004
JVN zeigt "Dossier: Ronald Akkermann"
Stück über das Leben und Sterben mit AIDS-Hilfe Neumünster e.V. Der Jugendverband Neumünster (JVN) e.V. zeigt am Donnerstag in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Neumünster und dem Kulturzentrum der Gesamtschule Faldera das Theaterstück "Dossier: Ronald Akkermann". Die Aufführung in der Aula der Gesamtschule, Franz-Wiemann-Straße 8, beginnt um 19 Uhr. Einlaß ist ab 18.30 Uhr. Das Stück dreht sich um das Leben und Sterben mit der Krankheit AIDS. Es ist konzipiert für Jugendliche ab 15 Jahren.
Zum Inhalt: Die Krankenschwester Judith kommt nach Hause. Ihr Patient Ronald Akkermann, den sie die letzten 18 Monate gepflegt hat, ist an AIDS gestorben. Sie will seine Akte, das "Dossier: Ronald Akkermann" schließen. Doch plötzlich steht er vor ihr, ganz lebendig. So lebendig wie sie ihn als Krankenschwester nie erlebt hat. In der Auseinandersetzung mit ihm ziehen die letzten anderthalb Jahre noch mal an ihr vorbei, sie durchleben noch einmal die Höhen und die Tiefen dieser Zeit. Erst nach dieser letzten Begegnung mit Ronald ist Judith in der Lage, von ihm wirklich Abschied zu nehmen. Karten sind im Vorverkauf direkt beim Jugendverband Neumünster in der Franz-Rohwer-Straße 8, Telefon 4 43 55, oder bei der AIDS-Hilfe Neumünster, Wasbeker Straße 93, Telefon 6 68 66 zu haben.

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Holsteinischer Courier vom 14. Oktober 2004

Lesermeinung
Kämpfer gegen die Krankheit

Zum Tod von Konrad Ritter, Mitbegründer der Aids-Hilfe Neumünster.
Die Nachricht vom Tode Konrad Ritters stimmt viele von uns traurig. Denn gerade Konrad gab der Krankheit AIDS ein Gesicht und zwar ein markantes, optimistisches, prägendes und völlig offenes Gesicht!
Er steckte nach der HIV-Diagnose nicht den Kopf in den Sand, sondern wagte den Schritt nach vorne. Einen Schritt in die Öffentlichkeit.
Vor 13 Jahren war er aktiver Mitbegründer der AIDS-Hilfe Neumünster und begleitete als Vorstandsmitglied über Jahre unseren Verein. Einen Verein, der sich, mit seiner aktiven Hilfe, von der ehrenamtlichen Tätigkeit zu einem Trägerverein mit einer professionellen Beratungseinrichtung entwickelte.
Konrad Ritter sorgte für den Einsatz und Erhalt der Beratungsstelle im Gesundheitsamt und betreute eine "Positiven-Selbsthilfegruppe" und vieles mehr.
Er tat dies immer öffentlich, so dass für jeden in Neumünster und Schleswig-Holstein HIV und AIDS ein Gesicht bekamen. Besonders seine offenen, persönlichen Auftritte bei Präventionsveranstaltungen hinterließen einen bleibenden Eindruck.
Mich persönlich hat Konrad Ritter mit seinem Enthusiasmus an die AIDS-Arbeit herangeführt und sein unermüdlicher Einsatz, seine Kraft und seine ausdauernde Stärke, im Kampf gegen HIV und AIDS, haben mich tief geprägt und motiviert. Genau wie seine Ofenheit mit dem Umgang seiner Krankheit.
Lieber Konrad, genauso kraftvoll, offen und stark werden wir dein Werk weiterführen und in Ehren halten! Eine aus dieser Stadt nicht mehr wegzudenkende und wegzudiskutierende Institution.
Torsten Kniep, 1. Vorsitzender AIDS-Hilfe Neumünster e.V.

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Kieler Nachrichten vom 14. Oktober 2004
Konrad Ritter
Neumünster
- Konrad Ritter, Mitbegründer des Vereins Aids-Hilfe Neumünster, ist am vergangenen Freitag gestorben. Der 67-Jährige war seit über 20 Jahren HIV-positiv. Konrad Ritter habe der unheilbaren Krankheit "ein Gesicht" in Neumünster und Schleswig-Holstein gegeben, wenn er sich öffentlich für die Belange der Kranken und des Vereins eingesetzt habe, oder zum Beispiel bei Präventionsveranstaltungen in Schulen oder Jugendseinrichtungen öffentlich präsent war, würdigt Torsten Kniep, Vorsitzender der AIDS-Hilfe, die Verdienste seines Vorgängers. Ritter habe die AIDS-Hilfe von der ehrenamtlichen Tätigkeit zum Trägerverein mit einer professionellen Beratungsstelle entwickelt. Über Jahre betreute er außerdem eine "Positiven-Selbsthilfegruppe". Nach seinem Rückzug aus der aktiven Arbeit im Verein hat sich der gelernte Drogist in den vergangenen Jahren verstärkt seinem Hobby, der Stickerei, gewidmet. Und seine aufwendigen Arbeiten von der Miniatur bis zum Gemälde auch öffentlich ausgestellt.
Die Trauerfeier für Konrad Ritter beginnt am heutigen Donnerstag um 13.15 Uhr in der Auferstehungskapelle sd
Bildunterschrift: Konrad Ritter hat seine Stickereien mehrfach ausgestellt Foto: Archiv/sbm

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Holsteinischer Courier vom 13. August 2004
Ein Leben gegen krude Vorurteile
Konrad Ritter starb mit 67 Jahren

"Sie leben vielleicht noch ein Jahr, vielleicht ein bisschen länger." - Das war vor 20 Jahren. Konrad Ritter erfuhr, dass er sich infiziert hatte - mit der tödlichen Krankheit Aids. Mit fast unerschütterlichem Optimismus und dem Willen, trotzdem aus jedem Tag etwas zu machen, lebte er weiter und erstaunte die ärztliche Fachwelt und Freunde.
Am Ende verlor er jetzt den Kampf: Im Alter von 67 Jahren starb der landes- und bundesweit bekannte HIV-Langzeitüberlebende und Gründer der Neumünsteraner Aids-Hilfe am vergangenen Donnerstag.
"Mein normales Leben war an dem Tag zu Ende, an dem ich erfuhr, dass ich HIV-positiv war": Als Konrad Ritter erkrankte, galt Aids als "Schwulenseuche". Ritter kämpfte nicht nur gegen die Krankheit sondern auch gegen krude Vorurteile. Beides wurde ihm zur Lebensaufgabe. Auch gegen den Satz, dass Medikamente HIV-Kranken ein "normales" Leben ermöglichen, lief er sein Leben lang Sturm: "Das schönste Hobby in unserem Leben, das Ausleben von Sexualität und Erotik, ist schlagartig anders. Von normal kann keine Rede sein." Als er diese Sätze öffentlich sagte, gehörte dazu viel Mut.
Aus einer Zusammenkunft von Betroffenen in seiner kleinen Wohnung wuchs 1992 die Aids-Hilfe Neumünster, die er gründete und deren Vorsitzender er anfangs war. Als Betroffener leistete er jahrelang Präventionsarbeit in Schulen, auf Messen und wo er gefragt wurde, offenbarte er Einblicke, durchaus auch polarisierend.
Gegen das "große Grübeln", die Angst vor dem Tod, half das Sticken, eine Leidenschaft, die ihn über Neumünster hinaus bekannt machte. Das Sticken war Psychotherapie, er arbeitete oft nachts. Aus seinen Bildern sprach Lebensfreude, die er auch an andere Betroffene vermitteln wollte. 2004 plante er ein Buch über seine 20 Jahre Überleben mit HIV. 2003 stellte er rund 100 Werke in Neumünster aus, im April 2004, als es ihm schlechter ging, präsentierte er seine letzte Ausstellung in Wasbek.
Als vor wenigen Wochen erst seine Mutter starb und dann sein langjähriger Freund, verließen ihn seine Kräfte. Zwei Tage nach seinem Freund starb Konrad Ritter.
Gaby Vaquette
Bildunterschrift: Konrad Ritter auf einer seiner letzten Ausstellungen Foto: vaq

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Prima Sonntag vom 29.August 2004
6. Selbsthilfetag in Neumünster
Aktive Selbsthilfe

Neumünster - Bereits zum sechsten mal fand auf dem Großflecken der Selbsthilfetag Neumünster statt. Begrüßt wurden die rund 20 Selbsthilfegruppen, die sich an dieser Veranstaltung beteiligten, vom Vorsitzenden des DRK-Kreisverbandes Neumünster, Herbert Gerisch, und vom Sozialdezernenten der Stadt Neumünster, Günter Humpe-Waßmuth. Ein großes Dankeschön von Gerisch und Humpe-Waßmuth ging an die vielen ehrenamtlichen Helfer der Selbsthilfegruppen, die mit sehr viel Engagement bei der Sache sind.
Hier in Neumünster bezeugen allein rund 70 Gruppen unterschiedlicher Thematik die Vielschichtigkeit und den hohen Stellenwert der Selbsthilfe. Ohne die Aktivitäten der Selbsthilfe wäre das Gesundheitswesen und das soziale Leben um einen bedeutsamen Anteil ärmer, waren sich beide Redner einig. Ihr Nutzen für Effizienz und Qualität unseres Gesundheitswesens ist unumstritten und unverzichtbar. Die Gesundheitsreform hat dies nachhaltig bekräftigt und der Gesetzgeber hat entschieden, dass Selbsthilfegruppen von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert werden. Die sich stetig verschlechternde soziale Situation in Deutschland und die Einführung der Gesundheitsreform haben dazu geführt, dass immer mehr Menschen ihr Schicksal, ihre Erkrankung und ihre sozialen Probleme mit Unterstützung anderer Betroffenen und der Kontaktstellen selbst in die Hand nehmen müssen. Wenn auch die Selbsthilfegruppen, die sich vorstellten, sich mit ganz unterschiedlichen Problematiken beschäftigen, ist ihr Ziel doch das gleiche, Gleichgesinnte beraten, Hilfestellung geben und füreinander da sein.
Wichtig, so erklärte der DRK Kreisvorsitzende Gerisch, ist, dass die Menschen ins Gespräch kommen, dass sie wissen, dass es Menschen gibt, die die gleichen Problematiken haben und dass es Gruppen gibt, die manchmal rund um die Uhr Hilfe anbieten können. Betroffene stehen nicht alleine da, sondern werden aufgefangen von einer Selbsthilfegruppe.
Und wie groß das Interesse an den Selbsthilfegruppen ist, zeigte der gute Besuch an den vielen Informationsständen. Die Veranstaltung wurde unter der Federführung der Zentralen Kontaktstelle für Selbsthilfe im DRK Neumünster durchgeführt. Neben der Aids-Hilfe waren auch das Blaue Kreuz, der Diabetiker Bund sowie die Rheuma-Liga vertreten, um nur einige der Gruppen zu nennen. RÖ
Bildunterschrift: DRK-Kreisvorsitzender Herbert Gerisch (re.) und Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth. RÖ

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Holsteinischer Courier vom 24. Juli 2004
Aids-Hilfe: Freunde grillen im Hof
Neumünster - So schnell geht ein Jahr vorüber: Die Aids-Hilfe Neumünster lädt wieder zum alljährlichen Hof-Grillfest ein. Es findet am Dienstag, 3. August, ab 19 Uhr auf dem Hof an der Wasbeker Straße 93 statt.

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Holsteinischer Courier vom 24. Juli 2004
Mit Prosecco gegen Aids
Neumünster - "Prosecco für alle" - passend zum Start der Weltraum-Komödie "TRaumschiff Surprise - Periode 1" schenkte die Aidshilfe den Gästen im Unions-Kino ein prickelndes Glas Sekt ein. Es gab auch einen Grund zum Feiern: Das Filmtheater spendete genau 1400 Euro für die Unterstützung Aidskranker und Homosexueller. Alexandra Sundermann, stellvertretende Theaterleiterin, übergab den Scheck an Kirsten Johannson. Die Vorsitzende des Vereins "Präventiv - Aktiv" zeigte sich sehr erfreut über die Geldgabe: "Unsere Gelder von öffentlichen Stellen werden immer stärker gekürzt." Da sei jede Spende
zu Gunsten der Arbeit mit Aids-Kranken sinnvoll. Das Kino unterstützt bereits seit zwei Jahren aktiv die Aids-Hilfe der Schwalestadt. Vor allem durch den Verkauf von Filmplakaten kommen die Spendenerlöse zusammen. Aktuell soll das Geld Schulungen der Mitarbeiter finanzieren, um deren Hintergrundwissen zum Thema Aids zu erhöhen. Zudem sind Workshops mit informativen Inhalten geplant, der Rest kommt auf schnelle und unbürokratische Weise den Betroffenen zugute.

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Kieler Nachrichten vom 21. Juli 2004
Komödiantischer Geniestreich mit tollen Special Effects - Michael "Bully" Herbigs neuer Film läuft im UnionCinemotion an
"Traumschiff Surprise": Morgen Start!

Er ist wieder da! Nach dem Mega-Erfolg "Der Schuh des Manitu" kommt Comedy-Ad Michael "Bully" Herbig mit seiner rosa-roten (T)Rraumschiff-Crew aud die Kinoleinwand zurück. Das altbekannte Team - Christian Tramitz und Rick Kavanian stehen "Bully" wieder als Hauptdarsteller zur Seite - muss diesmal in einer abenteuerlichen Mission die Welt retten, denn man schreibt das Jahr 2304 und die Erde ist von einer Invasion bedroht. Die letzte Hoffnung der Menschheit ist ausgerechnet die lauwarme Besatzung der "Surprise", die irgendwo da draußen in den unendlichen Weiten des Weltalls gelangweilt vor sich hin dümpelt.
Der neue "Bully" knüpft nahtlos an den Erfolg des "Schuh des Manitu" an, ist aber noch witziger als sein Vorgänger und zudem mit qualitativ hochwertigen Special-Effects gespickt, bei denen selbst die Star-Treck-Crew vor Neid erblassen müsste. Auf der Besetzungsliste dürfen auch diesmal Stars wie Sky du Mont, Til Schweiger oder Anja Kling nicht fehlen.
Auch im Neumünsteraner UntionCinemotion läuft der Countdown. Am morgigen Donnerstag um 15 Uhr wird die "Surprise" dort zum ersten Mal abheben. Weitere Vorstellungen sind dann um 17.45 und 20.15 Uhr, freitags und sonnabends zusätzlich um 22.30 Uhr.
Am morgigen Premierentag wird - sehr passend - mit Unterstützung des Restaurants "Blechnapf" Prosecco ausgeschenkt. Der Erlös aus dieser Aktion ist für die AIDS-Hilfe Neumünster e.V. bestimmt, die am morgigen Tag mit einem Infostand im Kinocenter anwesend sein wird.

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Holsteinischer Courier vom 21.Juli 2004
Prosecco von der Aids-Hilfe
Neumünster - Zum Bundesstart von Michael "Bully" Herbigs neuem Film "Traumschiff Surprise - Periode I" am kommenden Donnerstag, 22. Juli, wird die Aids-Hilfe Neumünster im Kinocenter Cinemotion am Kuhberg einen Infostand anbieten. Als besondere Aktion wird das Cinemotion mit Unterstützung des Restaurants in der Papierfabrik "Blechnapf" Prosecco zu Gunsten der örtlichen Aids-Hilfe verkaufen.

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Kieler Nachrichten vom 10. Juli 2004
Aids: Banner an den Kirchen warnen
Neumünster - Angesichts der Welt-Aids-Konferenz in Bangkok zeigen ab Morgen auch Kirchen in und um Neumünster Flagge: Von acht Kirchtürmen und dem Propst-Meifort-Haus neben der Anscharkirche werden die Banner wehen und auf die Gefahren der Immunschwäche Aids/HIV hinweisen.
"Die Erkennungszahlen der Kranken sind allgemein nach oben gegangen", erklärte auf Anfrage Dr. Alexandra Barth, Leiterin des Fachdienstes Gesundheit Neumünster. "Mit den neuen Medikamenten leben die Betroffenen länger. Durch diese Lebensverlängerung ist eben auch die Zahl der Erkrankten gestiegen." Gleichzeitig wies Barth darauf hin, dass "ganz generell in der Bevölkerung das Bewusstsein für Schutz vor der sexuellen Übertragung von Krankheiten leider zurückgegangen ist. Das gilt für Hepatitis B wie für Gonorrhöe, Syphilis und HIV."
Auch die Aids-Hilfe Neumünster wird nicht müde, mit zum Teil keck-witzigen Aktionen das Bewusstsein für "safer sex" zu schärfen: Kondom-"Dealer" streifen durch Kneipen. "Dicke Eier" hieß beispielsweise zu Ostern die lustige Aktion mit dem todernsten Hintergrund. Außerdem sind die Präventions-Angebote, die die Aids-Hilfe an Schulen und anderen Einrichtungen macht, stark nachgefragt, wie Anna Struwe als Geschäftsführerin (Anmerkung der AIDS-Hilfe Neumünster: Frau Struve ist nicht die Geschäftsführerin sondern Sozialpädogogin) der Aids-Hilfe versicherte. Und die Thematik wird in Foto-Ausstellungen und mit Lesungen auch in anderen Bereichen längst tabufreier aufgegriffen. In die Beratungsstunden der Aids-Hilfe kämen auch Menschen, die vor einigen Jahren noch nicht gekommen wären.
Schätzungsweise 150 HIV-Infizierte, davon zwischen 40 bis 60 mit Aids-Symptomen leben im Raum Neumünster. Ihnen, ihren Familien und Freunden hat die Aids-Hilfe im Frühjahr 2004, nachdem mehrere Todesfälle aufgetreten waren, ein besonderes Angebot gemacht: Die Themen-Serie "Sterben und Sterbebegleitung", sensibel aufgegriffen in Vortrag, Gespräch und Film, stieß auf große Resonanz, wie der 1. Vorsitzende Torsten Kniep versicherte. Sn
Kontakt zur AIDS-Hilfe Neumünster: Tel. 04321/66866 und unter: www.aids-hilfe-neumuenster.de
Bildunterschrift: Auch vor der Erlöserkirche in Gadeland, an der Pastor Martin Rühe wirkt, wurde am Wochenende die Aids-Fahne aufgezogen. Foto: Einmal

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