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Presse der Aids-Hilfe Neumünster
ab Juli 2004
Wochenanzeiger,
15. Dezember 2004
Für Kulturfestival: Kinocenter
spendet 1133 Euro
Einen Scheck über 1133 Euro konnte der Theaterleiter des Union
Cinemotion-Kinocenters im
Kuhberg-Karree, Jürgen Thiel, jetzt an den Förderverein der Aids-Hilfe
Neumünster überreichen. Die stolze Summe ist der Erlös des jüngsten
"Plakatflohmarktes" bei dem Werbematerialien bereits gelaufener Filme
verkauft wurden. Das Kinocenter hat schon mehrere solcher Aktionen,
die sich bei Cineasten sehr großer Beliebtheit erfreuen, veranstaltet.
Jedesmal wurden die Einnahmen komplett für einen guten Zweck zur
Verfügung gestellt. Die zweite Vorsitzende des
Aids-Hilfe-Fördervereins, die jetzt den 1133-Euro-Scheck entgegennahm
(Foto), weiß schon ganz genau, wofür das Geld eingesetzt wird: "Im
Oktober 2005 wollen wir erstmals schwul-lesbische Kulturtage in
Neumünster veranstalten", kündigte sie an. Dabei wird es unter anderem
Vorträge und Filme geben, die mit der Spende finanziert werden.
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Holsteinischer
Courier, 29. November 2004
Welt-Aids-Tag: Appelle, Kampagnen und „Kondomis“
Warnung vor Sorglosigkeit, Aufklärung über die tödliche Krankheit, die
Forderung nach mehr Prävention und finanziellen Mitteln: Anlässlich
des Welt-Aids-Tages machte die Aids-Hilfe Neumünster am Sonnabend
Station auf dem Großflecken.
NeumünsterStadtmitte
Gabriele Vaquette
Sie informierte über das Thema und verkaufte Teddys und Schleifen als
Anstecknadeln und als Gebäck für „den guten Zweck“, mit prominenter
Unterstützung: SPD-Landtagsabgeordnete Jutta Schümann sowie
Bündnis90/Die-Grünen-Kandidat Thomas Krampfer brachten die von
Bäckermeister Joachim Sachau („de Buurn Bäcker“) gebackenen süßen
Hefeteig-Naschereien unters Volk.
44 000 Infizierte, 2000 Neuinfizierte und 600 Tote bundesweit; in
Schleswig-Holstein sind es 607 Betroffene und 23 Todesfälle - doppelt
so viel wie 2002: Die Zahlen sprechen für sich, so Stefan van der
Elst, Aidsberater bei der Stadt Neumünster. Im Fokus des
Welt-Aidstages (Motto „Wir wissen, was wir wollen: Leben! Lieben!
Schutz vor HIV!“): Frauen. 20 Prozent der bundesweit Neuinfizierten
und 50 Prozent der weltweit Infizierten sind weiblich. Vor allem
Migrantinnen aus den baltischen Staaten seien häufig total
„ahnungslos“. Die Betreuung dieser Gruppe sei aufgrund von
sprachlichen Problemen und deren Unkenntnis über Hilfs-Angebote
überaus schwierig.
Festzustellen sei auch, dass gerade auf dem Land in puncto
Informiert-Sein ein „Rückschritt in die 80er Jahre“ zu beobachten sei.
Erschreckend sind die Wissenslücken bei jüngeren Menschen. Die
Schulprävention läge zurzeit „brach“, es fehle an ausgebildeten
Lehrern, kritisierte van der Elst.
In diesem Zusammenhang warnten er und Torsten Kniep, Vorsitzender der
Aids-Hilfe Neumünster, vor Mittelkürzungen und den Folgen der
Streichung z. B. der Aids-Pflegekräfte. Prävention dürfe nicht allein
Aufgabe der Aidshilfen sein. „Man muss sensibilisieren für das Thema,
Prävention und Betreuung sind eine gesellschaftliche Aufgabe. Familie,
Schule und Gesundheitsämter müssen sich verstärkt darum kümmern.
Krankenkassen sind gefordert, Aufklärungskampagnen über die Krankheit
zu starten, so wie dies zu Bluthochdruck, Rauchen oder
Herzrisikofaktoren geschieht“, erläuterte Jutta Schümann.
„Aids ist eine schlimme Sache - und der Kampf dagegen wird aber zu
wenig unterstützt!“ Ingrid und Joachim Hauschildt sind zwei von den
vielen Spendern, die an diesem Tag gebackene Aidsschleifen kaufen.
„Wir kannten Konrad Ritter - wenn man mit dem Thema persönlich
konfrontiert wird, hat man eine andere Einstellung dazu“, so
Hauschildt über den HIV Langzeitüber-lebenden, der vor kurzem starb.
„Safer-Schnecks“, lustige Zeichnungen über das Aussterben von
Dinosauriern und fröhliche „Kondomis“: 16 Einsendungen zu dem
Comic-Wettbewerb der Aids-Hilfe hatte anschließend die Jury -
Schümann, Krampfer und Kersten Andresen von den Grünen - zu bewerten.
Der Kondom-Fallschirm von Carsten Mell aus Rösrath landete auf Platz 1
und wurde mit einem Karstadt-Gutschein belohnt. Nummer 2 war ein Bild
über einen Schal in Form einer Aids-Schleife von Jens Natter; die
Vorurteile eines Menschen, der einem Aidskranken die Hand gibt,
gezeichnet von Judith Kroboth, landete auf Platz 3, dafür gab es
Kino-Freikarten. Einen Sonderpreis erhielt der Comic-Strip von Gisbert
Schürig.
Bildunterschrift: Teddys und Gebäck für den guten Zweck: Jutta
Schümann, Stefan van der Elst, Thomas Krampfer und Torsten Kniep
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Prima Samstag, 28.
November 2004
Erschreckende Bilanz der
Neumünsteraner AIDS-Hilfe
AIDS-Gefahr wächst
Neumünster - vor wenigen
Wochen warnte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt vor zunehmender
Sorglosigkeit in Deutschland gegenüber den Risiken vor HIV und AIDS.
Tatsächlich nimmt die Zahl der Neuinfektionen zu. Die AIDS-Hilfen in
Schleswig-Holstein machen darauf aufmerksam, dass auch die Zahl der
AIDS-Fälle, trotz Möglichkeiten einer medizinischen Behandlung, wieder
zunehmen.
Anläßlich des Welt-Aids-Tages 2004 informierte auch die Neumünsteraner
AIDS-Hilfe mit einem Infostand auf dem Großflecken die Besucher, der
Neumünsteraner Innenstadt über das Thema Aids mit all seinen
Auswirkungen. Das Thema AIDS, so wurde deutlich gemacht, geht alle
Altersgruppen an und betrifft Männer wie Frauen gleichermaßen. Torsten
Kniep, Vorsitzender der Neumünsteraner AIDS-Hilfe, und seine
Mitarbeiter standen am Infostand Rede und Antwort zum Thema AIDS, das
für viele Menschen ein Tabu-Thema ist, obwohl jeder sich damit
auseinander setzen sollte. Eine Fülle von Informationsmaterial lag für
die Interessierten bereit zum Mitnehmen, um sich zu Hause in aller
Ruhe über AIDS kundig zu machen.
2003 sind 600 Menschen an den Folgen von AIDS bundesweit gestorben, in
Schleswig-Holstein waren es 28 Menschen, gegenüber zum Vorjahr hat
sich die Zahl der Todesfälle nahezu verdoppelt und das trotz
Aufklärung. "Deshalb dürfen wir nicht nachlassen die Menschen für das
Thema AIDS zu sensibilisieren", so Kniep. Erschreckend ist für die
Neumünsteraner AIDS-Hilfe, dass sich durch die Streichung der Gelder
für die AIDS-Hilfen in Schleswig-Holstein die Situation der AIDS
Kranken verschlechtert hat. Deshalb warnen die AIDS-Hilfen vor
weiteren Mittelkürzungen für ihre Arbeit. Einen Zuwachs an
Präventionsbedarf wie auch an fachlich kompetenter Beratung können die
Beratungsstellen bei gleichzeitigen Budgetstreichungen nicht gerecht
werden. RÖ
Bildunterschrift: Am
Infostand der AIDS-Hilfe Neumünster verkauften Jutta Schümann, MdL
(SPD), Stefan van der Elst (Gesundheitsamt Neumünster), Thomas
Krampfer (Grüne) und Torsten Kniep (Aids-Hilfe Neumünster) AIDS-Teddys
und gebackene AIDS-Schleifen. Fotos: RÖ
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Prima Samstag, 21. November 2004
Welt-Aids-Tag mit einem
umfangreichen Programm
Aids ist immer noch ein Tabu-Thema
Neumünster - Für viele ist
Aids immer noch ein Tabu-Thema, doch Aufklärung ist heute genauso
wichtig wie vor 10 Jahren, darauf wies Torsten Kniep von der
Aids-Hilfe Neumünster e.V. im Pressegespräch über den Welt-Aids-Tag
2004 im Beisein der hauptamtlichen Mitarbeiterin der Aids-Hilfe
Neumünster, Anna Struve, hin.
Als Gäste konnte Kniep Sven Christian Finke vom Bundesverband der Aids
Hilfe sowie die Landtagsabgeordnete Jutta Schümann (SPD) begrüßen.
"Wir wissen was wir wollen: Leben! Lieben! Schutz vor HIV!" ist das
Motto des diesjährigen Welt-Aids-Tages.
Gleich mehrere
Veranstaltungen hat die Aids-Hilfe Neumünster vorgesehen. So gibt es
am kommenden Donnerstag um 19 Uhr im Theater im Kulturzentrum der
IGS-Faldera das "Dossier: Ronald Akkermann" zu sehen. Am kommenden
Sonnabend wird von 10 bis 16 Uhr der Infostand auf dem Großflecken mit
Aids-Teddy- und Red-Ribbon-Verkauf mit Prominenz stehen. Mit dabei
auch Jutta Schümann (SPD) und Thomas Krampfer (Bündnis 90/Die Grünen).
Um 12 Uhr sammeln "Heiner & Friends" in der Innenstadt. Für 13 Uhr ist
die Bekanntgabe des Cartoon-Internetwettbewerbs vorgesehen und um 23
Uhr sammeln "Heiner & Friends" in Neumünsteraner Kneipen für die
Aids-Hilfe.
Am 1. Dezember findet um 19 Uhr ein Gottesdienst in der Vicelinkirche
mit Tobias Gottesleben und Kirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Schnorr
statt. Ab 21 Uhr ist dann gemütliches Beisammensein im Haus der
Begegnung. "Im Gedenken" heißt der Film über die Arbeit und das Leben
von Elisabeth Kübler-Ross, der am 8. Dezember um 20 Uhr im Union
Cinemotion Kino gezeigt wird.
Im Gespräch wurde auch deutlich, dass es der AIDS-Hilfe Neumünster bei
immer knapper werdenden Zuschüssen des Landes immer schwerer fällt,
die Aufgaben zu erfüllen. Auch die Spendenbereitschaft hat abgenommen,
so machte der Vorsitzende der Aids-Hilfe Kniep deutlich. Gesucht
werden auch weiterhin ehrenamtliche Mitarbeiter zur Unterstützung der
verschiedenen Aktionen. RÖ
Bildunterschrift: Torsten Kniep, Sven Christian Finke von der Aids
Hilfe und Jutta Schümann (MdL) mit dem Plakat des Welt-Aids-Tages.
Foto: RÖ
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Wochenanzeiger, 17. November 2004
JVN zeigt "Dossier: Ronald
Akkermann"
Stück über das Leben und
Sterben mit AIDS-Hilfe Neumünster e.V. Der Jugendverband Neumünster
(JVN) e.V. zeigt am Donnerstag in Kooperation mit der AIDS-Hilfe
Neumünster und dem Kulturzentrum der Gesamtschule Faldera das
Theaterstück "Dossier: Ronald Akkermann". Die Aufführung in der Aula
der Gesamtschule, Franz-Wiemann-Straße 8, beginnt um 19 Uhr. Einlaß
ist ab 18.30 Uhr. Das Stück dreht sich um das Leben und Sterben mit
der Krankheit AIDS. Es ist konzipiert für Jugendliche ab 15 Jahren.
Zum Inhalt: Die Krankenschwester Judith kommt nach Hause. Ihr Patient
Ronald Akkermann, den sie die letzten 18 Monate gepflegt hat, ist an
AIDS gestorben. Sie will seine Akte, das "Dossier: Ronald Akkermann"
schließen. Doch plötzlich steht er vor ihr, ganz lebendig. So lebendig
wie sie ihn als Krankenschwester nie erlebt hat. In der
Auseinandersetzung mit ihm ziehen die letzten anderthalb Jahre noch
mal an ihr vorbei, sie durchleben noch einmal die Höhen und die Tiefen
dieser Zeit. Erst nach dieser letzten Begegnung mit Ronald ist Judith
in der Lage, von ihm wirklich Abschied zu nehmen. Karten sind im
Vorverkauf direkt beim Jugendverband Neumünster in der
Franz-Rohwer-Straße 8, Telefon 4 43 55, oder bei der AIDS-Hilfe
Neumünster, Wasbeker Straße 93, Telefon 6 68 66 zu haben.
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Holsteinischer
Courier vom 14. Oktober 2004
Lesermeinung
Kämpfer gegen die Krankheit
Zum Tod von Konrad Ritter, Mitbegründer der Aids-Hilfe Neumünster.
Die Nachricht vom Tode Konrad Ritters stimmt viele von uns traurig.
Denn gerade Konrad gab der Krankheit AIDS ein Gesicht und zwar ein
markantes, optimistisches, prägendes und völlig offenes Gesicht!
Er steckte nach der HIV-Diagnose nicht den Kopf in den Sand, sondern
wagte den Schritt nach vorne. Einen Schritt in die Öffentlichkeit.
Vor 13 Jahren war er aktiver Mitbegründer der AIDS-Hilfe Neumünster
und begleitete als Vorstandsmitglied über Jahre unseren Verein. Einen
Verein, der sich, mit seiner aktiven Hilfe, von der ehrenamtlichen
Tätigkeit zu einem Trägerverein mit einer professionellen
Beratungseinrichtung entwickelte.
Konrad Ritter sorgte für den Einsatz und Erhalt der Beratungsstelle im
Gesundheitsamt und betreute eine "Positiven-Selbsthilfegruppe" und
vieles mehr.
Er tat dies immer öffentlich, so dass für jeden in Neumünster und
Schleswig-Holstein HIV und AIDS ein Gesicht bekamen. Besonders seine
offenen, persönlichen Auftritte bei Präventionsveranstaltungen
hinterließen einen bleibenden Eindruck.
Mich persönlich hat Konrad Ritter mit seinem Enthusiasmus an die
AIDS-Arbeit herangeführt und sein unermüdlicher Einsatz, seine Kraft
und seine ausdauernde Stärke, im Kampf gegen HIV und AIDS, haben mich
tief geprägt und motiviert. Genau wie seine Ofenheit mit dem Umgang
seiner Krankheit.
Lieber Konrad, genauso kraftvoll, offen und stark werden wir dein Werk
weiterführen und in Ehren halten! Eine aus dieser Stadt nicht mehr
wegzudenkende und wegzudiskutierende Institution.
Torsten Kniep, 1. Vorsitzender AIDS-Hilfe Neumünster e.V.
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Kieler
Nachrichten vom 14. Oktober 2004
Konrad Ritter
Neumünster - Konrad Ritter, Mitbegründer des Vereins Aids-Hilfe
Neumünster, ist am vergangenen Freitag gestorben. Der 67-Jährige war
seit über 20 Jahren HIV-positiv. Konrad Ritter habe der unheilbaren
Krankheit "ein Gesicht" in Neumünster und Schleswig-Holstein gegeben,
wenn er sich öffentlich für die Belange der Kranken und des Vereins
eingesetzt habe, oder zum Beispiel bei Präventionsveranstaltungen in
Schulen oder Jugendseinrichtungen öffentlich präsent war, würdigt
Torsten Kniep, Vorsitzender der AIDS-Hilfe, die Verdienste seines
Vorgängers. Ritter habe die AIDS-Hilfe von der ehrenamtlichen
Tätigkeit zum Trägerverein mit einer professionellen Beratungsstelle
entwickelt. Über Jahre betreute er außerdem eine
"Positiven-Selbsthilfegruppe". Nach seinem Rückzug aus der aktiven
Arbeit im Verein hat sich der gelernte Drogist in den vergangenen
Jahren verstärkt seinem Hobby, der Stickerei, gewidmet. Und seine
aufwendigen Arbeiten von der Miniatur bis zum Gemälde auch öffentlich
ausgestellt.
Die Trauerfeier für Konrad Ritter beginnt am heutigen Donnerstag um
13.15 Uhr in der Auferstehungskapelle sd
Bildunterschrift: Konrad Ritter hat seine Stickereien mehrfach
ausgestellt Foto: Archiv/sbm
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Holsteinischer Courier vom 13.
August
2004
Ein Leben gegen krude
Vorurteile
Konrad Ritter starb mit 67 Jahren
"Sie leben vielleicht noch ein Jahr, vielleicht ein bisschen länger."
- Das war vor 20 Jahren. Konrad Ritter erfuhr, dass er sich infiziert
hatte - mit der tödlichen Krankheit Aids. Mit fast unerschütterlichem
Optimismus und dem Willen, trotzdem aus jedem Tag etwas zu machen,
lebte er weiter und erstaunte die ärztliche Fachwelt und Freunde.
Am Ende verlor er jetzt den Kampf: Im Alter von 67 Jahren starb der
landes- und bundesweit bekannte HIV-Langzeitüberlebende und Gründer
der Neumünsteraner Aids-Hilfe am vergangenen Donnerstag.
"Mein normales Leben war an dem Tag zu Ende, an dem ich erfuhr, dass
ich HIV-positiv war": Als Konrad Ritter erkrankte, galt Aids als
"Schwulenseuche". Ritter kämpfte nicht nur gegen die Krankheit sondern
auch gegen krude Vorurteile. Beides wurde ihm zur Lebensaufgabe. Auch
gegen den Satz, dass Medikamente HIV-Kranken ein "normales" Leben
ermöglichen, lief er sein Leben lang Sturm: "Das schönste Hobby in
unserem Leben, das Ausleben von Sexualität und Erotik, ist schlagartig
anders. Von normal kann keine Rede sein." Als er diese Sätze
öffentlich sagte, gehörte dazu viel Mut.
Aus einer Zusammenkunft von Betroffenen in seiner kleinen Wohnung
wuchs 1992 die Aids-Hilfe Neumünster, die er gründete und deren
Vorsitzender er anfangs war. Als Betroffener leistete er jahrelang
Präventionsarbeit in Schulen, auf Messen und wo er gefragt wurde,
offenbarte er Einblicke, durchaus auch polarisierend.
Gegen das "große Grübeln", die Angst vor dem Tod, half das Sticken,
eine Leidenschaft, die ihn über Neumünster hinaus bekannt machte. Das
Sticken war Psychotherapie, er arbeitete oft nachts. Aus seinen
Bildern sprach Lebensfreude, die er auch an andere Betroffene
vermitteln wollte. 2004 plante er ein Buch über seine 20 Jahre
Überleben mit HIV. 2003 stellte er rund 100 Werke in Neumünster aus,
im April 2004, als es ihm schlechter ging, präsentierte er seine
letzte Ausstellung in Wasbek.
Als vor wenigen Wochen erst seine Mutter starb und dann sein
langjähriger Freund, verließen ihn seine Kräfte. Zwei Tage nach seinem
Freund starb Konrad Ritter.
Gaby Vaquette
Bildunterschrift: Konrad Ritter auf einer seiner letzten
Ausstellungen Foto: vaq
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Prima Sonntag vom 29.August 2004
6. Selbsthilfetag in
Neumünster
Aktive Selbsthilfe
Neumünster - Bereits zum sechsten mal fand auf dem Großflecken der
Selbsthilfetag Neumünster statt. Begrüßt wurden die rund 20
Selbsthilfegruppen, die sich an dieser Veranstaltung beteiligten, vom
Vorsitzenden des DRK-Kreisverbandes Neumünster, Herbert Gerisch, und
vom Sozialdezernenten der Stadt Neumünster, Günter Humpe-Waßmuth. Ein
großes Dankeschön von Gerisch und Humpe-Waßmuth ging an die vielen
ehrenamtlichen Helfer der Selbsthilfegruppen, die mit sehr viel
Engagement bei der Sache sind.
Hier in Neumünster bezeugen allein rund 70 Gruppen unterschiedlicher
Thematik die Vielschichtigkeit und den hohen Stellenwert der
Selbsthilfe. Ohne die Aktivitäten der Selbsthilfe wäre das
Gesundheitswesen und das soziale Leben um einen bedeutsamen Anteil
ärmer, waren sich beide Redner einig. Ihr Nutzen für Effizienz und
Qualität unseres Gesundheitswesens ist unumstritten und unverzichtbar.
Die Gesundheitsreform hat dies nachhaltig bekräftigt und der
Gesetzgeber hat entschieden, dass Selbsthilfegruppen von den
gesetzlichen Krankenkassen gefördert werden. Die sich stetig
verschlechternde soziale Situation in Deutschland und die Einführung
der Gesundheitsreform haben dazu geführt, dass immer mehr Menschen ihr
Schicksal, ihre Erkrankung und ihre sozialen Probleme mit
Unterstützung anderer Betroffenen und der Kontaktstellen selbst in die
Hand nehmen müssen. Wenn auch die Selbsthilfegruppen, die sich
vorstellten, sich mit ganz unterschiedlichen Problematiken
beschäftigen, ist ihr Ziel doch das gleiche, Gleichgesinnte beraten,
Hilfestellung geben und füreinander da sein.
Wichtig, so erklärte der DRK Kreisvorsitzende Gerisch, ist, dass die
Menschen ins Gespräch kommen, dass sie wissen, dass es Menschen gibt,
die die gleichen Problematiken haben und dass es Gruppen gibt, die
manchmal rund um die Uhr Hilfe anbieten können. Betroffene stehen
nicht alleine da, sondern werden aufgefangen von einer
Selbsthilfegruppe.
Und wie groß das Interesse an den Selbsthilfegruppen ist, zeigte der
gute Besuch an den vielen Informationsständen. Die Veranstaltung wurde
unter der Federführung der Zentralen Kontaktstelle für Selbsthilfe im
DRK Neumünster durchgeführt. Neben der Aids-Hilfe waren auch das Blaue
Kreuz, der Diabetiker Bund sowie die Rheuma-Liga vertreten, um nur
einige der Gruppen zu nennen. RÖ
Bildunterschrift: DRK-Kreisvorsitzender Herbert Gerisch (re.) und
Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth. RÖ
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Holsteinischer Courier vom 24. Juli
2004
Aids-Hilfe: Freunde
grillen im Hof
Neumünster - So schnell geht ein Jahr vorüber: Die Aids-Hilfe
Neumünster lädt wieder zum alljährlichen Hof-Grillfest ein. Es findet
am Dienstag, 3. August, ab 19 Uhr auf dem Hof an der Wasbeker Straße
93 statt.
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Holsteinischer Courier vom 24. Juli
2004
Mit Prosecco gegen Aids
Neumünster - "Prosecco für alle" - passend zum Start der
Weltraum-Komödie "TRaumschiff Surprise - Periode 1" schenkte die
Aidshilfe den Gästen im Unions-Kino ein prickelndes Glas Sekt ein. Es
gab auch einen Grund zum Feiern: Das Filmtheater spendete genau 1400
Euro für die Unterstützung Aidskranker und Homosexueller. Alexandra
Sundermann, stellvertretende Theaterleiterin, übergab den Scheck an
Kirsten Johannson. Die Vorsitzende des Vereins "Präventiv - Aktiv"
zeigte sich sehr erfreut über die Geldgabe: "Unsere Gelder von
öffentlichen Stellen werden immer stärker gekürzt." Da sei jede Spende
zu Gunsten der Arbeit mit Aids-Kranken sinnvoll. Das Kino unterstützt
bereits seit zwei Jahren aktiv die Aids-Hilfe der Schwalestadt. Vor
allem durch den Verkauf von Filmplakaten kommen die Spendenerlöse
zusammen. Aktuell soll das Geld Schulungen der Mitarbeiter
finanzieren, um deren Hintergrundwissen zum Thema Aids zu erhöhen.
Zudem sind Workshops mit informativen Inhalten geplant, der Rest kommt
auf schnelle und unbürokratische Weise den Betroffenen zugute.
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Kieler Nachrichten vom 21. Juli 2004
Komödiantischer Geniestreich mit tollen Special Effects -
Michael "Bully" Herbigs neuer Film läuft im UnionCinemotion an
"Traumschiff Surprise": Morgen Start!
Er ist wieder da! Nach dem Mega-Erfolg "Der Schuh des Manitu" kommt
Comedy-Ad Michael "Bully" Herbig mit seiner rosa-roten
(T)Rraumschiff-Crew aud die Kinoleinwand zurück. Das altbekannte Team
- Christian Tramitz und Rick Kavanian stehen "Bully" wieder als
Hauptdarsteller zur Seite - muss diesmal in einer abenteuerlichen
Mission die Welt retten, denn man schreibt das Jahr 2304 und die Erde
ist von einer Invasion bedroht. Die letzte Hoffnung der Menschheit ist
ausgerechnet die lauwarme Besatzung der "Surprise", die irgendwo da
draußen in den unendlichen Weiten des Weltalls gelangweilt vor sich
hin dümpelt.
Der neue "Bully" knüpft nahtlos an den Erfolg des "Schuh des Manitu"
an, ist aber noch witziger als sein Vorgänger und zudem mit qualitativ
hochwertigen Special-Effects gespickt, bei denen selbst die
Star-Treck-Crew vor Neid erblassen müsste. Auf der Besetzungsliste
dürfen auch diesmal Stars wie Sky du Mont, Til Schweiger oder Anja
Kling nicht fehlen.
Auch im Neumünsteraner UntionCinemotion läuft der Countdown. Am
morgigen Donnerstag um 15 Uhr wird die "Surprise" dort zum ersten Mal
abheben. Weitere Vorstellungen sind dann um 17.45 und 20.15 Uhr,
freitags und sonnabends zusätzlich um 22.30 Uhr.
Am morgigen Premierentag wird - sehr passend - mit Unterstützung des
Restaurants "Blechnapf" Prosecco ausgeschenkt. Der Erlös aus dieser
Aktion ist für die AIDS-Hilfe Neumünster e.V. bestimmt, die am
morgigen Tag mit einem Infostand im Kinocenter anwesend sein wird.
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Holsteinischer
Courier vom 21.Juli 2004
Prosecco von der Aids-Hilfe
Neumünster - Zum Bundesstart von Michael "Bully" Herbigs neuem Film
"Traumschiff Surprise - Periode I" am kommenden Donnerstag, 22. Juli,
wird die Aids-Hilfe Neumünster im Kinocenter Cinemotion am Kuhberg
einen Infostand anbieten. Als besondere Aktion wird das Cinemotion mit
Unterstützung des Restaurants in der Papierfabrik "Blechnapf" Prosecco
zu Gunsten der örtlichen Aids-Hilfe verkaufen.
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Kieler Nachrichten vom 10. Juli 2004
Aids: Banner an den Kirchen
warnen
Neumünster - Angesichts der Welt-Aids-Konferenz in Bangkok zeigen ab
Morgen auch Kirchen in und um Neumünster Flagge: Von acht Kirchtürmen
und dem Propst-Meifort-Haus neben der Anscharkirche werden die Banner
wehen und auf die Gefahren der Immunschwäche Aids/HIV hinweisen.
"Die Erkennungszahlen der Kranken sind allgemein nach oben gegangen",
erklärte auf Anfrage Dr. Alexandra Barth, Leiterin des Fachdienstes
Gesundheit Neumünster. "Mit den neuen Medikamenten leben die
Betroffenen länger. Durch diese Lebensverlängerung ist eben auch die
Zahl der Erkrankten gestiegen." Gleichzeitig wies Barth darauf hin,
dass "ganz generell in der Bevölkerung das Bewusstsein für Schutz vor
der sexuellen Übertragung von Krankheiten leider zurückgegangen ist.
Das gilt für Hepatitis B wie für Gonorrhöe, Syphilis und HIV."
Auch die Aids-Hilfe Neumünster wird nicht müde, mit zum Teil
keck-witzigen Aktionen das Bewusstsein für "safer sex" zu schärfen:
Kondom-"Dealer" streifen durch Kneipen. "Dicke Eier" hieß
beispielsweise zu Ostern die lustige Aktion mit dem todernsten
Hintergrund. Außerdem sind die Präventions-Angebote, die die
Aids-Hilfe an Schulen und anderen Einrichtungen macht, stark
nachgefragt, wie Anna Struwe als Geschäftsführerin (Anmerkung der
AIDS-Hilfe Neumünster: Frau Struve ist nicht die Geschäftsführerin
sondern Sozialpädogogin) der Aids-Hilfe versicherte. Und die Thematik
wird in Foto-Ausstellungen und mit Lesungen auch in anderen Bereichen
längst tabufreier aufgegriffen. In die Beratungsstunden der Aids-Hilfe
kämen auch Menschen, die vor einigen Jahren noch nicht gekommen wären.
Schätzungsweise 150 HIV-Infizierte, davon zwischen 40 bis 60 mit
Aids-Symptomen leben im Raum Neumünster. Ihnen, ihren Familien und
Freunden hat die Aids-Hilfe im Frühjahr 2004, nachdem mehrere
Todesfälle aufgetreten waren, ein besonderes Angebot gemacht: Die
Themen-Serie "Sterben und Sterbebegleitung", sensibel aufgegriffen in
Vortrag, Gespräch und Film, stieß auf große Resonanz, wie der 1.
Vorsitzende Torsten Kniep versicherte. Sn
Kontakt zur AIDS-Hilfe Neumünster: Tel. 04321/66866 und unter:
www.aids-hilfe-neumuenster.de
Bildunterschrift: Auch vor der Erlöserkirche in Gadeland, an der
Pastor Martin Rühe wirkt, wurde am Wochenende die Aids-Fahne
aufgezogen. Foto: Einmal
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