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Presse der Aids-Hilfe Neumünster
Januar - Juni 2002
Kieler
Nachrichten, 13.04. 2002
Aids-Hilfe und HIn gehen gemeinsam
Gemeinsame Veranstaltungen - 2003 ist auch ein Kommunikationszentrum
geplant
Neumünster (SBM) Erstmalig gestalten die Aids-Hilfe Neumünster und die
Homosexuellen Initiative Neumünster (HIN) zusammen ein gemeinsames
Jahresprogramm. Im Mittelpunkt dieses Programms steht nach wie vor die
Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehören vor allem Informationsstände auf
allen größeren Veranstaltungen in der Schwalestadt, wie beispielsweise
dem Bürgerfest zur 875-Jahr-Feier, der Holstenköste und den
Trakehner-Tagen. Auch rund um den diesjährigen Welt-Aids-Tag am 1.
Dezember wird es wieder ein buntes Programm geben, unter anderem ein
Theaterstück in Zusammenarbeit mit der IGS Faldera und einen
Gottesdienst in der Vicelinkirche. Die im vergangenen Jahr zusammen
mit lokalen und Landtagspolitikern erfolgreich durchgeführte
Backaktion soll ebenfalls wieder stattfinden. Das schon traditionelle
Grillfest am 16. Juli auf dem Hof der Aids-Beratung wird diesmal von
der HIN ausgerichtet.
Ein besonderes Augenmerk richten die Mitarbeiter der Aids-Hilfe auf
den weiteren Ausbau ihrer E-Mail-Beratung, die auf Grund ihrer
Anonymität einen inzwischen regeren Zuspruch erfährt als die
Telefonberatung - eine Erfahrung, die auch bei der HIN gemacht wurde.
Die seit Jahren schon recht intensive Zusammenarbeit der Aids-Hilfe
und HIN soll künftig noch enger werden: Mit Hilfe des neugegründeten
Fördervereins "Präventiv-Aktiv" soll in 2003 ein gemeinsames
Kommunikationszentrum entstehen. "So etwas fehlt einfach in einem
Oberzentrum wie Neumünster", sagt Torsten Kniep vom Vorstand der
Aids-Hilfe dazu. Für HIN soll es in diesem Zentrum nach Wunsch der
Verantwortlichen einen Büroraum für Beratungsgespräche und einen
gemeinsamen Gruppenraum für gemeinsame Aktionen und Gesprächsrunden
geben. "Das wird auch über die Stadtgrenzen hinaus wirken",
prognostiziert Werner Frenzel von HIN, denn außer in Kiel und Lübeck
gäbe es sonst keine entsprechenden Räumlichkeiten.
Am kommenden Montag treten die Aids-Hilfe und HIN mit einem weiteren
gemeinsamen Projekt in die Öffentlichkeit: In der Vereins- und
Westbank am Großflecken eröffnen sie um 17 Uhr die Wanderausstellung
"gefühle-träume-wünsche".
Sie zeigt mit rund 14 verschiedenen Exponaten die Sieger des
Gestaltungswettbewerbs von Menschen mit HIV und Aids und wird bis zum
28. April zu sehen sein.
Foto: Torsten Kniep (li.) und Werner Frenzel wollen mit ihren
beiden Organisationen künftig enger zusammenarbeiten. Foto Baumm
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Wochenend
Magazin, 13.04. 2002
Die Aids-Hilfe Neumünster stellte ihr Jahresprogramm vor
Größere Projekte durch
Zusammenarbeit mit HIN
"Wir haben in 2002 zum ersten Mal unsere Jahresplanung gemeinsam
mit der Homosexuellen Initiative Neumünster (HIN) gemacht", erzählt
Hubertus Mars*, erster Vorsitzender der Aids-Hilfe Neumünster. Doch
die beiden Organisatoren haben noch Größeres vor: Zur Zeit gründen sie
den Förderverein Präventiv/Aktiv, um ein gemeinsames
Kommunikationszentrum einrichten zu können. Durch den gemeinsamen
Verein sollen auch größere Veranstaltungen ermöglicht werden, die
beide Gruppen einzeln nicht ausrichten könnten.
Bereits für den kommenden Montag, 15. April ist eine Ausstellung
geplant. "Gefühle, Träume, Wünsche" ist der Titel der Schau, die
Bilder des dritten Konrad-Lutz-Preises zeigt, einem
Gestaltungswettbewerb für Menschen, die von HIV und AIDS betroffen
sind. Die Vernissage ist ab 17 Uhr in der Vereins- und Westbank am
Großflecken; bis zum 28. April sind ausgewählte Werke zu den
Öffnungszeiten der Bank zu besichtigen. An einem Informationsstand
wollen die Organisatoren über ihre Arbeit berichten.
Auch zur Holstenköste, der
875-Jahr-Feier der Stadt sowie zu den Trakehner-Tagen sind Stände
geplant. Rund um den Welt-Aids-Tag am ersten Dezember sind mehrere
Veranstaltungen vorgesehen: Am 29. November ein Gottesdienst mit
Pastor Johann Weingärtner in der Vicelinkirche ab 19 Uhr so wie am 30.
November eine Backaktion mit Aids-Schleifen aus Brezelteig. Seit 1991
existiert die AIDS-Hilfe Neumünster. Zu der persönlichen und
telefonischen Beratung wird seit einiger Zeit auch die Beratung per
e-mail angeboten, die sehr guten Zuspruch findet. "Wir haben einen
Zuwachs bei E-mail-Beratungen von über 100 Prozent", sagt
Diplom-Sozialpsychologin Anna Struwe, die für die Gespräche zuständig
ist.
Auch die Internetseite
www.aids-hilfe-neumuenster.de kommt gut an: rund 700 Zugriffe im
Monat werden registriert. Hier finden sich Antworten auf häufig
gestellte Fragen, Zeitungsartikel und eine Fotogalerie sowie weitere
Informationen rund um die Aids-Hilfe Neumünster. Die persönlichen
Beratungen werden ganz auf den Bedarf des Ratsuchenden abgestimmt:
"Manche kommen mal kurz vorbei, andere werden ein Jahr lang oder
länger betreut", sagt Struwe.
Auch bei der HIN wird Beratung groß geschrieben. Tipps zum Coming-Out
und Elternberatung werden geboten. Auch hier ist die E-mail Beratung
besonders beliebt. Jeden ersten Dienstag im Monat trifft sich die
HIN-Gruppe ab 20 Uhr in den Räumen der Aids-Hilfe in der Wasbeker Str.
93 zu einem Gruppenabend. Am jeweils dritten Dienstag trifft man sich
ab 20 Uhr im Past Ten, Ringstraße 7, um zu klönen. Zu dem offenen
Stammtisch ist jeder, egal ob homo- oder heterosexuell, herzlich
eingeladen.
Die Aids-Hilfe Neumünster ist zu erreichen unter Tel.: 04321-66866,
die anonyme Telefonberatung wird Donnerstag von 16 bis 18 Uhr unter
Tel. 04321-19411 angeboten.
Kontakt zur HIN gibt es unter Telefon: 0170/7153930 oder per E-mail:
hin_nms@hotmail.com (sei)
Foto: Hubertus Mars* (li.) von der Aids-Hilfe Neumünster und
HIN-Gruppenleiter Werner Frenzel freuen sich auf die weitere
Zusammenarbeit
*Anmerkung: Dem WM sind in diesem Artikel einige Fehler
unterlaufen! Der Gravierendste: Der 1. Vorsitzende der AIDS-Hilfe ist
immer noch Torsten Kniep und nicht Hubertus Mars. Letzterer ist unser
2. Vorsitzende.
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Holsteinischer
Courier, 21. Januar 2002
Aids-Hilfe Neumünster hilft vielen Betroffenen per Internet
Anonym, doch nicht allein
VON TINA JAHNKE
Neumünster. Das Internet bietet Anonymität - die einen beschweren
sich darüber, die anderen suchen gerade diese. Auch Frank B. (Name von
der Redaktion geändert) sucht diese Anonymität im World Wide Web, denn
er hat Angst sich zu offenbaren.
Frank ist mit dem HIV-Virus infiziert, er sucht Hilfe. Doch er will
den Schritt, eine Beratungsstelle aufzusuchen oder telefonischen
Kontakt aufzunehmen, noch nicht wagen. Daher setzt sich der 38-jährige
an seinen Computer und holt sich alle notwendigen Informationen aus
dem Netz. Frank ist einer von vielen, die ihre Identität nicht
preisgeben möchten, aber auf Hilfe nicht verzichten wollen.
Anna Struve von der Aids-Hilfe Neumünster hat seit dem neuen Auftritt
der Internet-Seite des Vereins immer wieder Kontakt zu Usern, die sich
per E-mail an sie wenden und Rat suchen.
Kein leichtes Unterfangen, weiß die Diplomsozialpädagogin, denn neben
den Inhalten müssen auch Ausdruck und Rechtschreibung einwandfei sein.
Und die Anonymität hat auch so ihre Tücken: nicht immer ist klar, wer
schreibt. Name und Geschlecht sind meist tabu, ein persöhnlicher
Kontakt kommt nur selten zustande.
Aber dennoch bietet die Aids-Beratungsstelle den Service an. Einen
Chat wird es allerdings auf den neu konzipierten Seiten nicht geben.
Zu wenig Personal, das sich den Fragen der Ratsuchenden annehmen
könnte, ist der Grund. Mit den Besucherzahlen, die täglich
www.aids-hilfe-neumuenster.de
anwählen, ist der Verein zufrieden. Sie liegen zwischen 40 und 50
Besuchern. In Spitzenzeiten, wenn Specials oder Gewinnspiele laufen,
kann sich die Zahl schon mal verdoppeln.
Silke Hollenbach ist für das Design der Seite verantwortlich. Sie
schuf eine benutzerfreundliche Website, die alles bietet, was
Ratsuchende wissen wollen. Von Fragen und Antworten rund um das Thema
Aids und HIV über ein Pressearchiv bis hin zur Bildergalerie - wer
sich die Seiten der Aids-Hilfe im Internet genau ansieht, wird dabei
so manche Überraschung finden. Denn neben vielen Informationen bietet
die Seite auch immer wieder Aktionen.
So hat Silke Hollenbach beispielsweise zum Frühling eine
Kondom-Verschick-Aktion geplant. Wer genauer wissen will, was sich
dahinter verbirgt, sollte mal auf die Seiten surfen.
Foto: Anonymität ist vielen der Besucher des Internetportals der
Aids-Hilfe Neumünster wichtig. Foto: tj
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