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Presse der Aids-Hilfe Neumünster
Januar - Juni 2001
Wochenendmagazin,
23. April 2001
Rückschau, Vorschau, Dank
Zehn Jahre AIDS-Hilfe
Seit 1991 existiert die AIDS-Hilfe Neumünster e.V. – Anlass genug, um
im zehnten Jahr des Bestehens durch besondere Aktionen auf sich
aufmerksam zu machen. 1. Vorsitzender Torsten Kniep und Diplom-Pädagogin
Anna Struve gaben auch einen Überblick über die zukünftigen Vorhaben:
Neben den Infoständen während der Holsten- und Weinköste wird zum
einen am 16. Juli unter der Schirmherrschaft von Stadtrat Günter
Humpe-Waßmuth die Konrad-Lutz-Wanderausstellung im Foyer des Neuen
Rathauses vorgestellt. Dort werden bis zum 20. Juli insgesamt 74 Bilder
zu sehen sein, die von Aids-Betroffenen anlässlich eines
Gestaltungswettbewerbes 1998 eingereicht wurden. Zum anderen führt das
Nürnberger Theaterensemble „Von Menschen, für Menschen“ seine
beiden Inszenierungen „ZAP“ und „Aids geht’s los“ auf. Beide
Stücke beschäftigen sich mit der Aids-Problematik und sind gerade auf
jugendliches Publikum zugeschnitten. Beim „interaktiven“ Stück
„Aids geht’s los“ nehmen die Schauspieler jede Anregung des
Publikums auf und binden es aktiv in das Geschehen auf der Bühne ein.
Die Jugendlichen steigen mit in den „Ring“, verändern den
Szenenablauf und probieren ihre Ideen und Vorschläge selbst aus. Da der
Tourneeplan des Ensembles noch nicht endgültig steht, kann der Verein
derzeit noch keine genauen Auskünfte über die Zeitplanung machen.
Angepeilt sind November oder Dezember.
Anna Struve wies auf die erfolgreiche Tätigkeit der vergangenen Jahre
hin und hob die gute Zusammenarbeit mit der Homosexuellen Initiative
Neumünster hervor, die durch ihre vielen Mitglieder die Arbeit der
Aids-Hilfe sehr unterstützt habe. Heiner Thauren, Wirt des „Na
und...“, wurde mit ausdrücklichem Dank als besonderer Förderer der
Geschäftsstelle vorgestellt. Seit fünf Jahren sammelt er in seiner
Kneipe und mit Freunden am Sonnabend vor dem 1. Advent in allen
Szenekneipen und Discos der Stadt für den Verein. Im vergangenen Jahr
ist immerhin der stattliche Betrag von 1512 DM zusammen gekommen. Diese
Spenden werden auf Antrag von Betroffenen für einmalige Leistungen
vergeben.
Der Verein benötigt allerdings dringend mehr freiwillige Helferinnen
und Helfer. Kniep bittet deshalb alle Interessierten, sich über diese Tätigkeit
in der Geschäftsstelle zu informieren, da ohne weitere Freiwillige die
Informationsstände in ihrem Bestand gefährdet seien und an eine
Ausweitung dieses Angebots momentan nicht zu denken sei.
Informationen gibt die Geschäftsstelle Aids-Hilfe Neumünster e.V.,
Wasbeker Str. 93, Tel. : 04321/66866. Oder im Internet:
www.neumuenster.com/aids-hilfe. (kl)
Foto: Torsten Kniep (ll.), 1. Vorsitzender der AIDS-Hilfe Neumünster,
bedankte sich bei Heiner Thauren für seine langjährige, tatkräftige
Unterstützung. Foto: Leng.
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Kieler
Nachrichten, 27. April 2001
Lebensbegleitung bleibt wichtig
Seit zehn Jahren gibt es die Aids-Hilfe Neumünster
Foto: Torsten Kniep ist seit über
6 Jahren im Vorstand der Aids-Hilfe Neumünster und kümmert sich um
Beratung und Aufklärung. Fotos: Klein
Neumünster (pak) Der Sommer 1996 wird für alle, die in irgendeiner
Form mit dem Thema „Aids“ zu tun hatten, immer in Erinnerung
bleiben. Auf der Welt-Aids-Konferenz wurden erstmals Medikamente
vorgestellt, die einen Ausbruch der Krankheit hinauszögern können.
Auch die Mitarbeiter der Aids-Hilfe Neumünster denken noch heute an die
Zeit, als dann im Frühjahr 1997 die Folgen des Medikamenten-Einsatzes
zu spüren waren. „Das große Sterben hatte ein Ende“, erinnert sich
Diplom-Pädagogin Anna Struve. Die Einführung neuer Arzneien vor
beinahe fünf Jahren markiert auch einen Höhepunkt in der zehnjährigen
Geschichte der Aids-Hilfe Neumünster, die 1991 den Weg von einer reinen
Selbsthilfegruppe zu einem eingetragenen Verein wagte.
Eine weitere einschneidende Veränderung für die Arbeit des Vereins
sei 1995 die „Kern-Professionalisierung“ und der damit verbundene
Umzug aus dem Haart in die Wasbeker Str. 93 sowie die Umstellung von
rein ehrenamtlicher auf zumindest teilweise hauptamtliche Arbeit
gewesen, erzählt der 1. Vorsitzende Torsten Kniep.
Die Bedeutung ihrer Arbeit habe sich zwar von „Sterbebegleitung“ weg
und hin zu „Lebensbegleitung“ gewandelt, sei aber noch wie vor
wichtig. Dabei legen die Mitarbeiter der Aids-Hilfe besonderen Wert auf
Aufklärungsmaßnahmen.
„Mittlerweile ist ungeschützter Geschlechtsverkehr schon wieder
weitverbreitet“, weiß Kniep zu berichten. „Doch das ist russisches
Roulette. Aids ist nach wie vor ein Problem und in absehbarer Zeit auch
nicht heilbar“, warnte er gleichzeitig.
Das Problem sei „die Assimilierung der Problematik“ durch die
Gesellschaft. So gebe es kaum noch Fernsehsendungen, in denen nicht ein
HIV-Positiver oder aber zumindest ein Schwuler dargestellt würde.
„Damit ist Aids so selbstverständlich wie die Wetterkarte. Das ist
die Gefahr“.
Für das Jubiläumsjahr hat die Aids-Hilfe zahlreiche Aktionen und
Veranstaltungen geplant. Neben Infoständen zum Beispiel auf der
Holsten- und Weinköste wird es im Juli eine große Ausstellung im
Rathausfoyer sowie Ende des Jahres Theateraufführungen geben.
Das Jubiläum nutzte die Aids-Hilfe auch, um sich bei dem Wirt der
Kneipe „Na und“ in der Kieler Straße für dessen Engagement zu
bedanken. Heiner Thauren zieht seit über 5 Jahren immer wieder am
Welt-Aids-Tag durch Neumünsteraner Gaststätten und Diskotheken, um für
die Arbeit mit von HIV oder Aids betroffenen Menschen Geld zu sammeln.
„Jedes Mal kommen rund 1700 Mark zusammen. Damit ist Heiner unser größter
Einzelspender“, freut sich Torsten Kniep.
Foto: Als Wirt des „Na und“ sammelt Heiner Thauren jedes Jahr am
Welt-Aids-Tag Spenden für den Verein in Neumünster.
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Holsteinischer
Courier, 27. April 2001
Aids-Hilfe feiert zehnjähriges Bestehen mit einigen Aktionen – Start
am 16. Juli
Neue Helfer dringend gesucht
Neumünster (kl). Seit 1991 existiert die AIDS-Hilfe, das zehnjährige
Bestehen soll mit besonderen Aktionen gefeiert werden. Vorsitzender
Torsten Kniep und die in der Beratungsstelle an der Wasbeker Straße
hauptamtlich tätige Diplom-Pädagogin Anna Struve gaben gestern einen
Ausblick auf die Höhepunkte.
Neben den Infoständen während der Holsten- und Weinköste locken zwei
Veranstaltungen: Am 16. Juli wird unter der Schirmherrschaft von
Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth die Konrad-Lutz-Wanderausstellung im
Foyer des Neuen Rathauses vorgestellt.
Es werden bis zum 20. Juli insgesamt 74 Bilder, die von Aids-Betroffenen
anlässlich eines Gestaltungswettbewerbes 1998 eingereicht wurden,
gezeigt. Ein weiterer Programmpunkt, für den es noch keinen Termin
gibt, wird das Nürnberger Theaterensemble „Von Menschen, für
Menschen“ mit seinen beiden Inszenierungen „ZAP“ und „Aids
geht’s los“ bilden. Beide Stücke beschäftigen sich mit der
Aids-Problematik und sind gerade für jugendliches Publikum
zugeschnitten.
Anna Struve wies rückblickend auf die erfolgreiche Tätigkeit der
vergangenen Jahre hin und erwähnte hierbei im Besonderen die gute
Zusammenarbeit mit der Homosexuellen Initiative Neumünster hervor, die
durch ihre vielen Mitglieder der Aids-Hilfe in ihrer Arbeit sehr
geholfen hätte. Heiner Thauren, Wirt des „Na und...“, wurde als
besonderer Förderer vorgestellt. Seit fünf Jahren sammelt er in seiner
Kneipe und mit Freunden am Sonnabend vor dem 1. Advent in allen
Szenekneipen und Discos der Stadt für die Aids-Hilfe. Im vergangenen
Jahr ist immerhin der stattliche Betrag von 1512 DM zusammengekommen.
Der Verein sucht noch dringend freiwillige Helfer. Informationen gibt
die Geschäftsstelle Aids-Hilfe an der Wasbekerstr. 93, Tel.:
04321/66866. Oder im Internet: www.neumuenster.com/aids-hilfe.
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Holsteinischer
Courier 21.März 2001
Bundestreffen des Aids-Selbsthilfevereins „BRD-Plus e.V.“: Forderung
nach geändertem Angehörigenrecht
Diskussion über Lebenspartnerschaften
Stadtmitte (ro). „Positive Begegnungen“ – das Motto des
Aids-Selbsthilfevereins „BRD-Plus e.V.“ ist doppeldeutig treffend.
Neumünster war bereits zum zweiten Mal Schauplatz des Bundestreffens.
Schwerpunktthema des Seminars im „Kiek in“ bildete dabei das neue
Gesetz über die eingetragenen Lebenspartnerschaften (LpartG).
HIV-positiv – diese niederschmetternde Diagnose traf die
Vereinsmitglieder, Homosexuelle, Heterosexuelle, Männer und Frauen,
alle Mitte der 80er Jahre und macht schon den Unterschied zu anderen
Aids-Hilfe-Gruppen deutlich. „Wir sind alle Selbstbetroffene,
sozusagen Langzeitüberlebende“, sagt Josef Pleiss, der dieses Wort
eigentlich hasst.
Der Lübecker ist einer von drei Vorstandsmitgliedern, 13 Teilnehmer
haben sich im „Kiek in“ eingefunden und diskutieren drei Tage lang
die Auswirkungen des neuen Sozial-, Renten- und Arbeitsrechts. Der
bundesweite Verein, der vier bis sechs Mal im Jahr solche Treffen abhält,
ist bewusst in die Provinz gegangen. „In Hamburg, Berlin oder Köln
brauchen wir das Thema Aids nicht sichtbar zu machen; in den Metropolen
ist es offenbar“, so Pleiss. „Ich rate jedem, damit offen umzugehen
und sich nicht alle möglichen Lügengebäude aufzubauen“, betont auch
Konrad Ritter. Der Neumünsteraner ist lokaler Koordinator von „BRD
plus“ und Gründer der Aids-Hilfe in der Schwalestadt. Mit der
Krankheit leben, das bedeutet nicht nur ein Denken in anderen
Zeitschienen, sondern oft auch Vereinzelung, finanzielle und rechtliche
Unsicherheit. Das neue Lebenspartnergesetz ist für Gerd Speicher ein
Fortschritt, aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss. „Für
diejenigen, die es in Anspruch nehmen, ist es soweit in Ordnung. Aber
auch nicht jedes heterosexuelle Paar heiratet, genau so ist es bei uns.
Was wir brauchen, ist ein neues Angehörigenrecht.“ Der Kölner gibt
ein Beispiel: „Da pflegt einer seinen Freund bis zum Tod und dann
kommt die Familie, die sich jahrelang nicht gekümmert hat, und schließt
einen von der Beerdigung aus.“ Entweder man ist Partner mit allen
finanziellen Verpflichtungen wie in der Ehe oder man ist ein Fremder. Über
die von Bayern, Sachsen und wohl auch Thüringen angekündigte
Normenkontrollklage gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz können die
„BRD-Plus“-Mitglieder nur den Kopf schütteln. Speicher: Das ist
keine rechtliche, das ist eine gesellschaftliche Frage. Hier wird
versucht, die gesellschaftliche Realität um 100 Jahre zurück zu
schrauben.“
Kontaktadresse; BRD-Plus, Postfach 10 81 02, 23530 Lübeck. Seit einem
halben Jahr ist man unter der Adresse brdplus.de auch im Internet präsent.
Schon mehr als 13 000 Besucher griffen seither auf die Homepage zu. In
Neumünster präsentiert man sich im Sommer auch künsterisch: Die
Wanderausstellung „Konrad-Lutz-Preis“, Bilder von Menschen mit HIV
und Aids, wird vom 15. bis 20. Juli im Rathaus zu sehen sein.
Foto: Gerd Speicher aus Köln, Hans Ahlf aus Hamburg, Konrad Ritter
aus Neumünster und Josef Pleiss aus Lübeck (v.li.) beim Bundestreffen
des Aids-Selbsthilfevereins „BRD-Plus e.V.“. Foto: ro
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Holsteinischer
Courier, 19. Januar 2001
Aids-Hilfe Neumünster
feiert Jubiläum – etwa 150 infizierte in Neumünster
Seit einem Jahrzehnt Hilfe für HIV-Positive
Von Nicole Scholmann
Faldera. In Neumünster und den umliegenden Orten leben etwa 150
Menschen, die an dem HIV-Virus erkrankt sind. „Aids ist meines Wissens
zurzeit bei keinem der infizierten ausgebrochen“, berichtet Stefan van
der Elst vom Fachdienst Gesundheit. Unterstützung finden Infizierte und
and Aids erkrankte Männer und Frauen seit zehn Jahren bei der
Aids-Hilfe.
Diplompädagogin Anna Struve ist seit 1994 fest bei der Aids-Hilfe
angestellt und berät seitdem Betroffene und deren Angehörige in dem
kleinen Büro an der Wasbeker Str. 93.
Betroffene gründeten neuen Verein
„Anfang 1991 haben einige Betroffene und Interessierte sich
zusammengefunden und festgestellt, dass es zwar in Lübeck, Kiel und
Hamburg Beratungsstellen gab, hier in Neumünster aber nicht“, sagt
Struve. Die Stadt sei damals noch ein schwarzes Loch auf der
Beratungskarte gewesen. Besonders aktiv war vor zehn Jahren Konrad
Ritter, der als treibende Kraft das Projekt aus der Taufe hob. Mit
einigen ehrenamtlichen Helfern gründete er die Aids-Hilfe, die damals
noch im Gebäude der Awo-Suchtberatung am Haart untergebracht war. Die
örtliche Beratungsstelle schloss sich der Deutschen Aids-Hilfe an.
Drei Jahre später wurde Struve eingestellt. „In dem Büro bei der Awo
wurde es immer enger, und da sind wir 1995 an die Wasbeker Str.
gezogen“, berichtet Struve. Der Vermieter war langjähriges Mitglied
des Vereins und stellte die Wohnung zur Verfügung.
Nach ein paar Jahren Vorlaufzeit, in der sich die Aids-Hilfe einen Namen
machen musste, kommen jetzt regelmäßig Hilfesuchende bei Struve
vorbei. „Seit einem halben Jahr werde ich von Klienten überrannt“,
sagt die 35-jährige. Sie hilft zurzeit zehn Männern und Frauen, die
sich mit dem HIV-Virus angesteckt haben. Ihr Schwerpunkt liegt dabei in
der psychosozialen Beratung der Kranken. „Oft treten Konflikte in der
Partnerschaft auf, wenn das Testergebnis positiv ausfällt“, weiß
Struve aus Erfahrung.
Sich mit dem Tod beschäftigen
Auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod mache den Betroffenen zu
schaffen. Ein weiteres Arbeitsfeld der Diplompädagogin ist das
Sozialrecht. Sie beantragt beispielsweise zusammen mit dem Erkrankten
einen Schwerbehindertenausweis und weiß Rat, wenn es um die
Schuldenregulierung geht. Die Zahl der infizierten Männer – vor allem
der Homosexuellen – ist weitaus größer, als die der Frauen. In
Deutschland tragen rund 60 000 Menschen den HIV-Virus in sich, hat das
Robert-Koch-Institut Berlin herausgefunden. 80 Prozent der Kranken sind
Männer.
Recht unterschiedliche Erfahrungen hat Struve in den vergangenen Jahren
gesammelt. Ähnlich war bei allen Erkrankungen, die vor kurzem von ihrer
Infektion erfahren haben, die erste Reaktion: „Sie haben eine große
Krise und sind extrem suizidgefährdet“, sagt die Expertin. Die
Schicksale ihrer Schützlinge lassen die Pädagogin nicht kalt. „Aber
es hilft den Menschen doch nichts, wenn ich vor ihnen stehe und sie nur
bemitleide.“ Ihr ist es wichtig, dass die Ratsuchenden bei ihr das Gefühl
haben, erstgenommen zu werden. Die Betroffenen würden viele Fragen zu
HIV haben und zu Kurzschlussreaktionen neigen. „Ein Klient von mir hat
gleich nachdem er erfahren hatte, an HIV erkrankt zu sein, seinen
Arbeitsplatz gekündigt“, berichtet Struve. Dabei bedeute eine
HIV-Infektion nicht, dass der Mensch stupide auf dem Sofa liegen und auf
seinen Tod warten müsse. Bei vielen Infizierten breche Aids erst nach
etlichen Jahren aus. Zahlreiche Medikamente sind auf dem Markt, die ein
Ausbrechen der Krankheit herauszögern.
HIV behandeln, nicht heilen
Gerade diese neuen Medikamente vermitteln laut Struve den Eindruck, Aids
sei heilbar. „Man kann HIV behandeln, nicht heilen“, spricht die
Expertin es deutlich aus. Gerade Jugendliche sollten sich nicht auf die
Medikamente verlassen und ungeschützt mit ihrem Partner schlafen.
Nachdem Anfang der 90er Jahre das Thema Aids in aller Munde war, ist es
jetzt ruhig geworden. „Aids ist nicht mehr im Kopf der Leute“, meint
Struve. Sie ist besorgt über die Entwicklung in den vergangenen Jahren.
Wichtig ist ihrer Meinung nach, dass Jugendliche in Schule und
Elternhaus über die Gefahren von Aids aufgeklärt werden. Dennoch sei
es immer noch ein Unterschied, was man im Kopf habe und wie man sich
dann letztlich verhalte.
Anna Struve ist in der Beratungsstelle an der Wasbeker Str. montags,
mittwochs und donnerstags zwischen 12 und 18 Uhr unter Tel. 6 68 66
erreichbar. Die anonyme Telefonberatung hilft montags und donnerstags
von 16 bis 18 Uhr unter Tel 1 94 11. Persönliche Termine können
jederzeit abgesprochen werden, die Diplompädagogin fährt auch zu den
Betroffenen. Informationen über die Neumünsteraner Aids-Hilfe gibt es
auch im Internet unter www.neumuenster.com/aids-hilfe. Immer gesucht
werden ehrenamtliche Helfer, die in der Aids-Hilfe tätig sein wollen.
Foto: Das Modell eines HIV-Virus Foto: Archiv.
Im Kasten: Das sind HIV und AIDS
Das Wort Aids steht für die englische Bezeichnung „Acquired Immuno
Defiency Sydrome“, zu deutsch „Erworbener Immundefekt“. Bei diesem
Fehler kann der Körper sich gegenüber Krankheitserregern nicht genug
schützen. Als Hauptursache für Aids wird das HIV-Virus angesehen. Es
wurde Anfang der 80er Jahre entdeckt. HIV befindet sich vor allem im
Blut und in der Samen- oder Scheidenflüssigkeit infizierter Menschen.
Der häufigste Ansteckungsweg ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr.
Auch durch gemeinsam benutzte Spritzen zum Beispiel von Drogenabhängigen
können sich Männer und Frauen mit dem HIV-Virus anstecken. Für
ausgeschlossen halten Experten die Infektion durch Händeschütteln,
Anhusten und Anniesen. Auch wenn Kranke und Gesunde dasselbe Geschirr
benutzen droht keine Gefahr. (nib)
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