Schwerer Immundefekt

Treten bei einem schweren, durch HIV verursachten Immundefekt bestimmte Krankheiten auf, die sogenannten opportunistischen Infektionen, spricht man von "AIDS". Diese Krankheiten heißen so, weil sie die Tatsache „ausnutzen“, daß das Immunsystem geschwächt ist. Bei einem gesunden Immunsystem hätten die Erreger, die diese Infektionen auslösen, keine Chance. Ein anderer Begriff, der in diesem Zusammenhang häufig verwendet wird, ist der der „AIDS-assoziierenden Krankheiten.


Dazu zählen z.B. die Pneumocystis-carinii-Pneumonie (PcP). Das ist eine Form der Lungenentzündung, an der früher
viele AIDS-Kranke gestorben sind. Heute gibt es effektive vorbeugende Medikamente dagegen, so daß diese Lungenentzündung nicht mehr so häufig vorkommt.

Weitere infektiöse Erkrankungen anderer Organe z.B. der Speiseröhre mit dem Hefepilz Candida albicans sind an der Tagesordnung. Auch Viren wie Herpes simplex oder Herpes zoster können zu schweren Erkrankungen führen.

Die häufigsten Tumorerkrankungen im Zusammenhang mit AIDS sind durch Viren bedingte Krebsarten, z.B. das Kaposi-Sarkom oder Lymphome (bösartige Tumoren des Immunsystems). Das Kaposi-Sarkom ist eine seltene Form des Hautkrebses, die häufig bei infizierten Männern vorkommt. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium oder wenn das Sarkom innere Organe befällt, kann es lebensbedrohlich werden. AIDS-kranke Frauen haben dagegen ein hohes Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Wenn Augen, Magen-Darm-Trakt oder Lunge vom Cytomegalie-Virus befallen sind, kann es zu Sehstörungen, blutigen Durchfällen bzw. zu Atemnot kommen. Wird eine Entzündung der Netzhaut mit diesem Virus nicht rechtzeitig behandelt, kann das zur Erblindung führen.
Eine andere häufig auftretende opportunistische Infektion ist die Toxoplasmose (mit deren Erreger übrigens etwa 60% aller Erwachsenen infiziert sind!). Sie kann zu Abszessen besonders im zentralen Nervensystem führen, was wiederum Lähmungserscheinungen, Krampfanfälle und Verwirrtheit zur Folge haben kann.
Weil HIV die Blut-Hirn-Schranke überwindet, kann es auch die Zellen des Zentralnervensystems schädigen. Im Verlauf der HIV-Infektion können daher Nervenentzündungen und Hirnleistungsstörungen auftreten, die meist langsam und unauffällig beginnen.

Als letztes sei noch die Tuberkulose erwähnt, die in den letzten Jahren immer häufiger bei AIDS-Kranken vorkommt. Sie wird durch ein Mykobakterium ausgelöst, das bevorzugt die Lunge angreift, aber auch in den Lymphknoten, der Leber, der Haut oder dem zentralen Nervensystem ernste Erkrankungen hervorrufen kann.

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